Motorrad einwintern: Checkliste für die Winterpause

Symbolbild: Motorrad unter halb übergezogener Abdeckung in einer dunklen Garage – Titelbild mit dem Schriftzug „Einwintern“

Ein Motorrad geht selten im Fahren kaputt, sondern im Stehen. Korrosion im Tank, eine tiefentladene Batterie, Standplatten, harzende Vergaser oder Einspritzung: Das meiste davon verhindert man an einem Nachmittag im Herbst.

Die Checkliste

1Waschen und trocknen

Salz, Insekten und Bremsstaub greifen Lack und Aluminium über Monate an. Nach dem Waschen gründlich trocknen – am besten eine kurze Runde fahren, damit auch Bremsen und Hohlräume trocken werden.

2Kette reinigen und fetten

Die Kette ist das Teil, das im Winter am sichtbarsten leidet. Alten Schmierfilm und Dreck entfernen, trocknen lassen, frisch fetten. Bei Gelegenheit Spannung und Verschleiß prüfen.

3Ölwechsel vor der Pause

Altöl enthält Verbrennungsrückstände und Säuren, die über Monate an Lagern und Dichtungen arbeiten. Der Wechsel vor dem Winter ist sinnvoller als der im Frühjahr.

4Tank voll oder leer – aber nicht halb

Bei Stahltanks gilt: randvoll, damit möglichst wenig Luft und damit Kondenswasser im Tank ist. Moderne Kunststofftanks sind unkritischer. Wer sehr lange stilllegt, kann einen Kraftstoffstabilisator zugeben – Benzin altert, besonders ethanolhaltiges.

5Batterie versorgen

Die häufigste Frühjahrsüberraschung. Entweder ausbauen und kühl, aber frostfrei lagern, oder ein Erhaltungsladegerät anschließen. Wichtig: Für Lithium-Batterien braucht es ein Ladegerät mit passendem Programm, ein altes Bleiladegerät kann sie zerstören.

6Reifen entlasten

Aufbocken, sodass die Räder frei sind – das verhindert Standplatten. Geht das nicht, den Luftdruck um etwa 0,5 bar erhöhen und das Motorrad während der Pause ein paar Mal ein Stück bewegen.

7Richtig abstellen

Trocken und luftig, nicht auf blankem Beton (Feuchtigkeit zieht nach oben, ein Brett oder Teppich hilft) und niemals unter eine dichte Plastikplane. Darunter schwitzt alles. Eine atmungsaktive Abdeckung ist besser.

8Konservieren

Blanke Metallteile, Chrom und Schaltgestänge leicht mit Korrosionsschutz einnebeln, elektrische Kontakte mit Kontaktspray behandeln. Bremsscheiben dabei aussparen.

Saisonkennzeichen: das kleine Kleingedruckte

Mit Saisonkennzeichen darfst du außerhalb des eingetragenen Zeitraums weder fahren noch im öffentlichen Verkehrsraum parken – das Motorrad gehört auf Privatgrund oder in die Garage. Versichert bist du in der Pause meist über die beitragsfreie Ruheversicherung, die Schäden im Stand abdeckt, solange das Fahrzeug ordnungsgemäß abgestellt ist. Und: Fällt die Hauptuntersuchung in die Pause, holst du sie zu Saisonbeginn nach.

Im Frühjahr: bevor du losfährst

  • Reifen prüfen: Druck, Profil, Risse, DOT-Nummer. Gummi altert auch im Stehen.
  • Bremsen: Flüssigkeitsstand und Druckpunkt, Scheiben auf Rost prüfen, die ersten Meter sanft bremsen.
  • Kette: Spannung und Schmierung.
  • Licht, Hupe, Blinker, Ölstand, Kühlflüssigkeit.
  • Die erste Ausfahrt nicht als Pass-Etappe planen – Fahrer und Maschine brauchen ein paar Kilometer.
Motorräder in der Halle der Motorradwerkstatt in Bindlach

So gehen wir es in Bindlach an

Wir machen den Winter-Check und den Frühjahrs-Service für Motorräder aller Marken – vom Ölwechsel über Kette, Bremsen und Reifen bis zur Vorbereitung auf die Hauptuntersuchung. Wer den Termin im Herbst macht, steht im Frühjahr nicht in der Warteschlange, wenn alle gleichzeitig fahren wollen.

Details: Motorradwerkstatt.

Häufige Fragen

Soll ich den Motor im Winter ab und zu laufen lassen?

Besser nicht. Kurzes Laufen im Stand bringt den Motor nicht auf Temperatur, es sammelt sich Kondenswasser im Öl und in der Auspuffanlage, und die Batterie wird dabei kaum geladen. Entweder richtig fahren oder stehen lassen.

Muss das Benzin raus?

Bei normaler Winterpause nein – ein voller Tank ist bei Stahltanks die bessere Lösung. Nur bei sehr langer Stilllegung über mehrere Jahre oder bei Vergasermaschinen lohnt es, die Schwimmerkammern zu entleeren.

Wie lange hält eine Motorradbatterie?

Bei guter Pflege vier bis sechs Jahre. Der häufigste Grund für ein frühes Ende ist Tiefentladung über den Winter – genau das verhindert ein Erhaltungsladegerät.

Kann ich mein Motorrad bei euch unterstellen?

Sprich uns an, dann schauen wir, was gerade möglich ist. Platz ist in einer Werkstatthalle immer das knappste Gut.

Passt dazu

← Zurück zum Ratgeber