TÜV-Checkliste: So kommst du beim ersten Mal durch

Symbolbild: Fahrzeug auf der Zweisäulenbühne in einer dunklen Werkstatt, von unten angestrahlt – Titelbild mit dem Schriftzug „TÜV ohne Überraschung“

Durchgefallen ist ärgerlich, kostet Zeit und eine zweite Gebühr. Dabei sind die häufigsten Gründe keine kaputten Motoren, sondern Beleuchtung, Reifen und Ölverlust – also Dinge, die du zum Teil selbst in zehn Minuten auf dem Hof prüfen kannst. Diese Checkliste geht die Punkte durch, die der Prüfer zuerst anschaut.

Die 12 Punkte für den Check zu Hause

  • Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht: alle Leuchten an, einmal ums Auto gehen. Ein Helfer oder eine Hauswand reicht.
  • Blinker, Warnblinker, Bremslicht: auch das dritte Bremslicht oben in der Heckscheibe.
  • Rückfahrscheinwerfer, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung: werden am häufigsten übersehen.
  • Scheiben: Steinschlag im Sichtfeld des Fahrers ist ein Mangel. Kleine Schäden außerhalb lassen sich oft reparieren.
  • Scheibenwischer und Waschanlage: Gummis rissig oder Düsen verstopft reicht schon für eine Beanstandung.
  • Reifen: Profiltiefe mindestens 1,6 Millimeter, keine Risse, keine Beulen, alle vier mit demselben Profiltyp pro Achse.
  • Reifendruck und RDKS: Warnleuchte für den Reifendruck darf nicht leuchten.
  • Bremsen: Quietschen, Rubbeln oder ein langer Pedalweg gehören vorher in die Werkstatt, nicht zur Prüfung.
  • Ölverlust: Pappe über Nacht unters Auto legen. Tropfen heißt Nacharbeit.
  • Hupe, Handbremse, Gurte: Gurt ganz herausziehen, auf Risse und Einrollen prüfen.
  • Warndreieck, Warnweste, Verbandkasten: Verbandkasten mit gültigem Haltbarkeitsdatum.
  • Papiere: Zulassungsbescheinigung Teil I und der letzte HU-Bericht. Fehlt der Bericht, dauert es länger.

Was der Prüfer wirklich macht

Die Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO ist eine Sicht-, Funktions- und Wirkungsprüfung. Geprüft werden unter anderem Bremsanlage auf dem Rollenprüfstand, Lenkung, Achsaufhängung und Fahrwerk auf der Bühne, Reifen und Räder, Beleuchtung, Rahmen und Karosserie auf Durchrostung, Auspuffanlage, Umwelt- und Abgaswerte sowie die elektronischen Sicherheitssysteme über die Fahrzeugschnittstelle. Die Abgasuntersuchung gehört seit Langem zur HU dazu und wird nicht mehr getrennt bezahlt.

Was der Prüfer nicht macht: eine Inspektion. Er sagt dir, ob das Auto sicher ist, nicht, ob der Zahnriemen bald fällig wird. Das sind zwei verschiedene Dinge.

Mängelklassen: Was der Bericht bedeutet

  • Ohne Mängel: Plakette.
  • Geringe Mängel: Plakette gibt es trotzdem, du musst den Mangel aber unverzüglich beheben – zum Beispiel ein Leuchtmittel.
  • Erhebliche Mängel: keine Plakette. Reparieren und innerhalb eines Monats zur Nachuntersuchung. Bleibst du in der Frist und gehst zur selben Prüforganisation, zahlst du nur eine kleinere Gebühr für die Nachprüfung.
  • Gefährliche Mängel: keine Plakette, und das Fahrzeug darf eigentlich nicht mehr so bewegt werden. Direkt in die Werkstatt.
  • Verkehrsunsicher: der Prüfer darf die Weiterfahrt untersagen.

Termin verpasst: Das kostet Überziehen

Pkw müssen in der Regel alle 24 Monate zur HU, fabrikneue Pkw zum ersten Mal nach 36 Monaten. Motorräder alle 24 Monate. Der Monat auf der Plakette ist oben, die Jahreszahl steht in der Mitte.

Wer überzieht, zahlt doppelt. Ab mehr als zwei Monaten Überziehung wird eine vertiefte Hauptuntersuchung fällig, die rund 20 Prozent teurer ist als die normale. Dazu kommt das Verwarnungsgeld: bei zwei bis vier Monaten 15 Euro, bei mehr als vier bis acht Monaten 25 Euro, bei mehr als acht Monaten 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Fahrzeug auf der Hebebühne in der Werkstatthalle in Bindlach

So gehen wir es in Bindlach an

Wir machen die TÜV-Vorbereitung, bevor der Prüfer das Auto sieht: Fahrzeug auf die Bühne, alle Punkte der Hauptuntersuchung durchgehen, und was auffällt, besprechen wir mit dir, bevor wir es reparieren. Die Prüfung selbst nimmt TÜV SÜD, DEKRA oder KÜS ab – wir fahren dein Auto vor, du holst es mit neuer Plakette wieder ab.

Praktisch, wenn ohnehin ein Kundendienst ansteht: Inspektion und TÜV-Vorbereitung in einem Termin spart dir den zweiten Weg.

Häufige Fragen

Wie lange vorher darf ich zur HU?

Du kannst jederzeit früher kommen. Der neue Fälligkeitstermin wird dann allerdings vom Prüfdatum an gerechnet, du verschenkst also die verbleibenden Monate. Sinnvoll ist der Termin im Fälligkeitsmonat oder kurz davor.

Bekomme ich eine Plakette, wenn die Motorkontrollleuchte an ist?

In der Regel nicht. Dauerhaft leuchtende Warnleuchten für abgasrelevante oder sicherheitsrelevante Systeme werden als Mangel eingetragen. Lass den Fehlerspeicher vorher auslesen.

Zählt eine Inspektion als TÜV-Vorbereitung?

Nicht automatisch. Eine Inspektion folgt dem Wartungsplan des Herstellers, die HU prüft Sicherheit und Umwelt. Die Schnittmenge ist groß, aber wir schauen bei der Vorbereitung gezielt auf die Punkte, an denen Fahrzeuge durchfallen.

Was ist, wenn ich das Auto gar nicht mehr fahre?

Für ein abgemeldetes Fahrzeug brauchst du keine gültige HU. Ohne Plakette wieder anmelden geht aber nicht – die Hauptuntersuchung kommt dann vor der Zulassung.

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